Forstfelder Geschichte[n]
Forstfelder Geschichte im Web von Falk Urlen
Ein “offizielles Jubiläumsprojekt 2013” von “Kassel 1100” im Rahmen “Kultur im Kasseler Osten”
Home Überblick Geschichte Ansiedlungen Vereine Institutionen Personen/Gewerbe Impressum Am 13. September 1958 schrieb eine Kasseler Zeitung: ''Neues Siedlerglück am Lindenberg - ein Stück Heimat wiedergefunden." Gemeint war die zu diesem Zeitpunkt feierliche Freigabe unserer Nebenerwerbssiedlung durch den damaligen Landwirt-schaftsminister Hacker. Wer sind wir und wie ist der Werdegang unserer Siedlung, bzw. unserer Siedlergemeinschaft: In dem Bestreben der Hessischen Landesregierung, die Lebensgrundlagen der vor dem Krieg in der Landwirtschaft tätigen Heimatvertriebenen zu verbessern und besonders diesem Personenkreis eine neue Existenzgrundlage zu geben, wurde neben anderen Projekten auch die Nebenerwerbssiedlung am Lindenberg geschaffen. Möglich wurde dieses nicht zuletzt dadurch, dass die Stadt Kassel den entsprechenden Grund und Boden (zwischen Alters- und Pflegegeheim und der Autobahn Kassel-Göttingen gelegen) zum Verkauf stellte und die städtebauplanerischen Voraussetzungen hierfür schuf. Für dieses Objekt stellte die Landesregierung 2,5 Millionen DM bereit. 10% dieser Kreditmittel mussten die Siedler aufbringen, was für die meisten in der damaligen Zeit, nur wenige Jahre nach der Vertreibung aus der Heimat, finanziell nur unter erheblicher Entbehrung zu bewältigen war. Dennoch waren sie glücklich, am Lindenberg eine neue Heimat zu finden, zumal sie die Möglichkeit hatten, durch Eigenleistung ihren Anteil abzuarbeiten. Damit die Siedler auch landwirtschaftlich - wenn auch im kleinen Maßstab - ihr Gelände nutzen konnten, erhielt jedes Haus ein Stallgebäude. 56 Siedlerstellen sollten es werden mit je etwas über 1000 qm Eigentumsfläche. Bauträger war die Hessische Heimat, die Bauausführung oblag der Hessischen Heimstätte. Die Mitwirkung des Kulturamtes sei auch noch erwähnt. Die Siedlerstellen wurden ausgeschrieben. Nachdem u. a. die Vertriebenenverbände den infragekommenden Personenkreis verständigt hatten, setzte eine derart rege Nachfrage von Bewerbern ein, dass eine Auswahl nach bestimmten Kriterien getroffen werden musste. Dieses geschah von den kommunalen Stellen unter Mitwirkung der verschiedenen Organisationen bzw. den Vertriebenenverbänden. Berücksichtigt wurden schließlich solche Bewerber, die heimatvertriebene Landwirte waren, bzw. in den Ostgebieten landwirtschaftliche Anwesen ihr eigen nannten. Die Grundstücke wurden anlässlich einer Feierstunde im Theater des Ostens ausgelost. Am 28.08.57 war Grundsteinlegung durch den Leiter der Hessischen Heimat, den damaligen Baurat und heutigen Landrat des Schwalm-Ederkreises August Franke. 56 Häuser mit Ställen wurden danach in der Rekordzeit von 12 Monaten errichtet, 8 davon als Doppelhäuser. Der große Tag der feierlichen Übergabe war der 12. September 1958. Sie fand statt durch den Hess. Minister für Landwirtschaft Hacker. In diesen Tagen bezogen die Siedler ihre neuen Anwesen. Da jedes Haus noch über eine voll ausgebaute Einliegerwohnung verfügte, erhielten nach Zuweisung des Wohnungsamtes weitere 56 Familien ebenfalls eine Bleibe. Der Zeitpunkt des Einzuges der Siedler war dann auch der Termin der Gründung unserer Siedlergemeinschaft. Nun begann sofort das Einrichten bzw. Bestellen von Haus- und Garten und dem Ackerland, wobei es vor allem galt, die vorhandenen geringen finanziellen Eigenmittel sinnvoll einzusetzen. Das geschah u. a. durch Sammelbestellungen von Bäumen, Sträuchern, Sämereien, Torf und Düngemittel. Hilfreich dabei war die durch einen Siedler eingerichtete Verkaufsstelle für Futter- und Düngemittel. Große Unterstützung fanden unsere Siedler aber auch durch die sehr intensive Betreuung seitens des Fachberaters Schall vom Deutschen Siedlerbund. Diese Tatsache sollte hier ausdrücklich festgehalten werden. Auch zu seinem Nachfolger Tewes hatten wir einen guten Draht. Zu jeder Nebenerwerbssiedlung gehört ein Stallgebäude und so kann positiv vermerkt werden, dass einige Siedler nicht nur Kleintiere mitbrachten, sondern darüber hinaus die Mehrzahl der Stelleninhaber nach und nach Geflügel, Kaninchen usw. anschafften. Selbst Schweine wurden vereinzelt gehalten. Erwähnt sei auch noch die seit den Anfängen der Siedlung bestehende Wellensittichzucht. Wie schnell und intensiv unsere Siedler nach dem Einzug gearbeitet haben, beweist die Tatsache, dass bereits 1960 die Teilnahme am Wettbewerb "Die beste Kleinsiedlung" praktiziert werden konnte. Ergebnis: Landessieger in der entsprechenden Gruppe. Zwei weitere Teilnahmen in 1962 und 1964 in der Gruppe der Siegersiedlungen brachten jeweils den Titel "2. Landessieger". Die aus diesen Wettbewerben resultierenden Geldpreise dienten zur Anschaffung von Gemeinschaftseinrichtungen. Einige seien genannt: Baugerüst, ausziehbare Leiter, Spritzgerät, Vertikutiergerät. In einigen Fällen konnten wir unseren Siedlern sogar einen Zuschuss für die Torfbeschaffung geben. Nach und nach lernten sich die Siedler besser kennen und kamen sich auch menschlich näher. Gleichzeitig hierzu setzte in verstärktem Maße die Nachbarschaftshilfe ein. Genannt sei hier u. a. Dachdecken, Putzen, Bäumeschneiden, Spritzen. Die Jugend wuchs heran und so musste manches Siedlerhaus erweitert werden, da der Platz nicht mehr ausreichte. An- oder Umbauten wurden vorgenommen; auch wieder z. T. in Gemeinschaftsarbeit. Im Zuge der fortschreitenden Motorisierung und dem Bedürfnis folgend, wurden nach und nach Garagen gebaut oder nicht mehr benötigte Stallungen umgebaut. Auch diese Arbeiten wurden zumeist in Selbst- oder Nachbarschaftshilfe - ebenfalls unter Benutzung der Gemeinschaftsgeräte - ausgeführt. Unsere Siedlergemeinschaft ist mit 49Mitgliedern relativ klein. Gerade deshalb können wir eine rege Vereinstätigkeit vermelden. Neben regelmäßigen Vorstandssitzungen, Versammlungen und sonstigen Zusammenkünften, veranstalten wir pro Jahr ein bis zwei Busfahrten, die uns entweder zu Zielen ins schöne Hessenland führen, oder aber in die weitere Umgegend, wie Lüneburger Heide, Sauerland, Harz usw. Mit diesen Fahrten war stets ein gemütliches Beisammensein verbunden. Erwähnt sei auch noch unser Straßenfest 1980, eine Gartenparty 1981, sowie Wanderungen mit Grillfleischessen sowie die monatlichen Wanderungen unserer Pensionäre. Bei unserer Arbeit tut sich ganz besonders eine aktive Gruppe jüngerer Siedler hervor. Aber auch unsere Frauengruppe ist ein Grundstein der Gemeinschaft. Leider fehlt uns ein eigener Gemeinschaftsraum, so dass wir bei Veranstaltungen auf Gaststätten angewiesen sind, während kleinere Zusammenkünfte bei Siedlern abgehalten werden. Das Leben nimmt seinen Lauf und so haben eine Reihe von Siedlern der Gründerzeit ihren Besitz bereits ihren Kindern übergeben, wie andererseits aber auch einige Zweit-Häuser auf ein und derselben Siedlerstelle errichtet wurden. 25 Jahre leben Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, Posener, Sudentendeutsche, Schlesier (Oberschlesien), Jugoslawiendeutsche, Ungarndeutsche, Rumäniendeutsche, Karpatendeutsche, Wolyniendeutsche friedlich und zufrieden   Hans-Peter Pütz führte seine Chronik im Februar 2002 weiter:  Zum zuletzt genannten Problem ergab sich nach dem Jubiläum in 1998 eine überraschende Wende. Es bildete sich eine zweite Frauengruppe, der sich meist junge, teilweise berufstätige Frauen, oder solche mit Kindern anschlossen. Anschubhilfe leistete  die Leiterin der Frauengruppe I. Bald schon lernte das Kind selber laufen, wählte eine eigene Leiterin und gleichzeitig auch eine Vertretung für diese. Und die oft auch scherzhaft genannten "Jungfrauen" binden ihre Ehepartner zu allen möglichen Anlässen mit ein. Der in 2001 gewählte Vorstand verfügt nun neben zwei Jungsiedlern - im geschäftsführenden Bereich - über mehrere Beisitzerinnen aus eben diesem Klientel. Es zeigt sich also Licht am Ende des Tunnels... Weitere erfreuliche Ereignisse wurden am Rande eines Landeswettbewerbes des DSB im Jahr 2000 angeleiert. Bei diesem Wettbewerb platzierte sich die Gemeinschaft übrigens als einer der drei zweiten Sieger. Zur Seite stand uns dabei keine geringere als die Leiterin des Amtes für Wohnungs- und Siedlungswesen der Stadt Kassel, Frau Steinbach, eine in jeder Beziehung kompetente Frau. Sie hat uns geraten, im Randbereich der Siedlung ein Haus für die Aufbewahrung unserer Leihgeräte oder für besondere Anlässe zu errichten. Bei der behördlichen Durchführung hatte sie ihre Hilfe signalisiert. Wir hatten dann auf einen Platz im Grundstück der Seniorenwohnanlage Lindenberg (SWA) gesetzt. Leider konnte uns nach zunächst gut angelaufenen Verhandlungen doch keine Hoffnungen gemacht werden. Aber die Leiterin des Hauses - Frau Tepper - hatte eine Ersatzlösung parat. Sie bot uns die Nutzung einer Etage mit mehreren Räumen im zweiten Obergeschoss der sogenannten Villa (einen Anbau am Haupthaus der Seniorenwohnanlage) an. Über die Mitgliederversammlung im Jahr 2001 erhielt der Vorstand grünes Licht für die Renovierung dieser Räume und viele fleißige Hände schufen ein Vereinszuhause, wie es die HNA in einem Bericht nannte. Die Siedler ergriffen schließlich im Juni 2001 Besitz von ihrem neuen Heim; zur Einweihungsfeier waren u. a. zahlreiche Vertreter von benachbarten Vereinen, die Leitung des Hauses, der Ortsvorsteher und der Vorsitzende des Kreisverbandes des DSB erschienen. Die Räume stehen für Siedlerfeste, die Gruppennutzung und für die Nutzung durch Familien für private Feiern zur Verfügung. Eine Selbsthilfegruppe (Reiki) und orientalischer Tanz haben sich schon etabliert. Weiterhin werden jedoch Feste wie der Ostermarkt, Herbst- oder Glühweintreffen im Bereich der Siedlung abgehalten, meist im Michelskopfweg. Hierbei spielt der Gedanke, unsere älteren Siedlerinnen und Siedler weiter in das Geschehen mit einzubinden, eine Rolle. Sie haben schließlich den Grundstein für das Zusammenleben in unserer schönen Siedlung gelegt. So hat sich nach dem "40-jährigen" manches Schritt für Schritt zum Guten gewandelt und selbst beim Chronisten ist der Pessimismus gewichen. Letztendlich haben er und die übrigen Mitglieder mit Freude bemerkt, dass die jungen Siedlerinnen und Siedler schon so manches der letzten Siedlerfeste in zum Teil eigener Regie gestaltet haben.
Siedlergemeinschaft Lindenberg II - die “Paprika Siedlung” Die Chronik zum 25-jährigen Jubiläum von Wilhelm Fietkau 
Erinnerungen Aus alten Festschriften übernahm ich die folgenden Beiträge, an denen man noch viel Heimattreue und -sehnsucht erkennen kann. Eine Familie wollte sogar in Ostpreußen wieder ein Haus kaufen, leider starb der Kaufwillige vor dem Abschluss. Im Rahmen des 40-jährigen Jubiläums führte ich für ''Radio Forstfeld" mit einem der ''Alten" ein Interview durch. In diesem kam  zum Ausdruck, dass sich die ''Flüchtlinge" heute alle auf dem Lindenberg sehr wohlfühlen, nicht wieder zurück möchten und auch keinen Hass mehr gegen die ''Vertreiber"  in sich hegen.  Falk Urlen  Aus der alten Heimat! In einem kleinen Dorf im wald- und seenreichen Ostpommern an der Wipper gelegen, die in die Ostsee mündet, war wie alljährlich Schulinspektion angesetzt. Zu diesem Ereignis erschienen üblicherweise der Schulrat und der Landrat. In dem fraglichen Jahr war aber zur damaligen Zeit Fürst Bismarck, der eiserne Kanzler, auf seinem Gutsitz Varzin, welcher im Kreis Rummelsburg in unmittelbarer Nähe liegt. Bismarck hatte nun von dem bevorstehenden Ereignis gehört und wollte daher, volksverbunden wie er war, auch an der Besichtigung teilnehmen. In der kleinen Schule, die alle Altersgruppen in einem Raum aufnahm, herrschte große Aufregung wegen dem bevorstehenden Ereignis. Ein Klassensprecher wurde ausgewählt, der die gebührenden Begrüßungsworte dem hohen Gast übermitteln sollte. Die Aktion wurde vom Lehrer vorbereitet, so sollte er sprechen, wenn der hohe Gast in der Tür erschien: "Nun sei gegrüßt, mein großer Fürst, damit Du's nicht vergessen wirst ( und dann sollte der ganze Chor einsetzen ): Aus Vorder- und auch Hinterpommern soll Dir ein Gruß entgegendonnern.“ Als der Tag herankam, lief alles ganz gut. Der Sprecher brachte seinen Vorspruch gut heraus, nur die Klasse war sehr aufgeregt und sprach im Chor: "Sowie der Gruß aus Vorderpommern, soll er auch aus dem Hintern donnern." Der Eiserne war auch hier Diplomat und. trug’s mit Humor. Die Besichtigung war somit gelaufen, Das kleine Dörfchen Friedrichshuld, das seinen Namen, der Schulchronik nach, vom "Alten Fritz" erhalten hatte, konnte wegen seiner berühmten Damast-Weberei noch öfters hohe Gäste begrüßen. So kam auch Max Schmeling auf seinen, nach der Weltmeisterschaft erworbenen Gutshof Ponikel, welcher auch in der Nähe war, um seiner Anni Ondra Damast zu kaufen. Ältere Frauen, die ihn erkannten, konnten es nicht glauben, daß ein Mann mit solch kleinen Händen die Weltmeisterschaft erworben hatte. Dora Schade, geb. Fritz, früher Friedrichshuld/Pommern.   Wir  Sudetendeutschen von Wenzel Jaksch Es ist eine Gnade des Schicksals, in schwankender Zeit einer Gemeinschaft von zwei Millionen (und hoffentlich bald wieder drei Millionen) wesensgleicher Menschen anzugehören. Hier ist die Möglichkeit offen, dass wir einander in den Nöten des Alltags mit Rat und Tat beistehen. Hier können wir einen seelischen Ankergrund in der großen Vereinsamung des modernen Menschen finden. Hier dürfen wir ein Stück kulturelles Eigendasein bewahren gegenüber der Sturzflut der Überfremdung. Hier ist noch Raum für unsere menschliche Selbstbestimmung, denn solange wir beisammen sind, bleiben wir eine schicksalsgestaltende Kraft -einzeln treiben wir dahin wie das Sandkorn im Winde. Wir sind keine Provinzler mehr, viel haben wir auch in unserem großen Mutterland zulernen dürfen. Uns liegt der Blick nach dem Osten im Blut, aber auch das werdende Westeuropa ist unsere Heimat. Sollen wir vor der Zukunft bestehen, dann müssen wir uns geistig über die Gewalten im Osten erheben und auch unseren Freunden im Westen ebenbürtig werden. Wenn wir alle Chancen des gemeinsamen geistigen Wachstums ausnützen und die Ideen unserer Besten in die Jugend hineintragen, werden wir bei der friedlichen Lösung des Ost-West-Konfliktes dabei sein. Auf unserem weiteren Schicksalsweg brauchen wir nicht das Opium des Selbstlobes, wohl aber den Proviant eines gesunden Selbstvertrauens. Gönnen wir auch weiterhin der stillen Treue zur Heimat den Ehrenplatz in jeder Runde.  Aus dem Nachlass einer Heimatvertriebenen Meine Tante Berta war eine schlichte, einfache Frau, die durch die Vertreibung von ihrer Schwester, mit der sie Jahrzehnte lang zusammen lebte und die Österreicherin war, einfach getrennt wurde. Ihre ersten Eindrücke nach der Vertreibung schreibt sie auf ganz schlechtem Papier mit einem Bleistift aus dem Lager First bei Erben in Unterfranken an ihre Schwester:  Liebste Retty!  Also nach 8-tägiger, sehr anstrengender Fahrt sind wir hier gelandet. Es geht uns gut, wir sind gesund und harren der Dinge, die noch kommen sollen. Ich will Dir unsere Reise beschreiben: Also, am 12.3. abends wurden wir in Marienbad in den Viehwagen verladen, bekamen Suppe, Brot und Mehl, dann wurde der Waggon abgesperrt und wir saßen bis 1/2 5 Uhr am Bahnhof. Dann ging es nach Eger; dort zwei Stunden Aufenthalt, dann ging es auf Umwegen nach Wiesau. Dort mußte das Gepäck in andere Viehwagen umgeladen werden, diese wurden aber nicht abgesperrt. Dann bekamen wir Erbsensuppe, Brot, Graupen, Kaffee. Kurzum, es war eine feine Bewirtung. Dann mußten wir zum Arzt, wurden eingestaubt gegen Läuse und dann ging es weiter nach Schweinfurt. Dort wurde ausgeladen, auf Autos verpackt und dann kamen wir in einen Bunker, für zwei Nächte. Sowohl in dem Viehwagen, als auch im Bunker war alles so eng, daß man kaum einen Schritt tun konnte. Sechsunddreißig Personen im Waggon, dazu Gepäck, fünf Kinderwagen und Kinder. Du kennst das Gefühl, das ich bei Versammlungen hatte. Nun, auch das ging vorüber. Ich hatte mit Umladen und Verladen nichts zu tun, das machten alles Marga und Peter. Das waren furchtbare Strapazen und die beiden waren immer ganz erschöpft und todmüde. Nach 2nächtigem Aufenthalt in Schweinfurt und abermaligem Auf- und Abladen in einen Viehwagen, fuhren wir hierher. Unterwegs wurde ein Teil des Transportes, darunter Köhler und Baumann, abgezweigt und nach Hofheim gebracht. Wir kamen bei Nacht in Erben an und wurden nach abermaligem Umladen, Auf- und Abladen hierher ins Firster Lager gebracht. Nun sitzen wir da und harren der weiteren Dinge. Manche Leute sind bereits bei Bauern untergebracht. Hoffentlich bekommen wir auch bald ein Stüblein! Ich wäre sehr froh darüber. Ansonsten sind wir gesund und guter Dinge. Unsere Eßvorräte sind leider schon fast zu Ende. Ich wollte, wir hätten einen Sack Erdäpfel mitgenommen! Aber verhungern müssen wir nicht, dafür ist schon gesorgt. Nun habe ich so ziemlich alles geschrieben. Gusty soll nur viel Esswaren mitnehmen. Die Kontrolle bei mir war ja sehr gut, ich konnte alles behalten. Nur die Schachterl Zigaretten wurde mit der Bemerkung, daß eine alte Frau nicht zu rauchen braucht, weggenommen. Es tut mir leid, daß ich von Euch, Ihr Lieben, keine Nachricht bekommen kann. Ich bete jeden Tag für Euch, daß der liebe Gott Euch schützen und behüten und uns bald wieder vereinen möge. Gott befohlen all Ihr Lieben, sei herzlichst gegrüßt und geküßt. Lager First bei Erben, 19.3.1946, Eure Berta, Marga und Buben.  Dem ist heute nach siebenunddreißig Jahren nichts mehr hinzuzufügen; vielleicht nur noch eines: Wir Wohlstandsbürger sollten heute etwas mehr Bescheidenheit und Zufriedenheit an den Tag legen und die damalige Zeit nicht vergessen (schrieb 1985 der Festschriftgestalter). Das LINDENBERGER Lied von Gottfried Marz 1)	Vor 25 Jahren, ja da fing alles an 	vor 25 Jahren stand jeder seinen Mann. 	Wo Büsche, Feld und Wiesen und damals freies Land, 	ja unsre kleine Siedlung am Lindenberg entstand. 2)   Seh‘ ich aus meinem Fenster, mir Kassel zu Füßen liegt.  Der Herkules, die Aue, wie Fulda um Ecken biegt,  und ist auch schön unser Städtchen, von oben anzuschau’n,  am Lindenberg ist es schöner, allein schon unsre Frau’n. 3)	Und fahr ich mal in Urlaub, ins Ausland nach Sonstirgendwo, 	denk ich an meine Heimat, am Lindenberg, da bin ich froh. 	Da sind meine Nachbarn, mein Garten, da steht unser kleines Haus, 	da ruh ich nach all dem Urlaub mich endlich wieder aus. Refrain:	Und wenn auch nur eine Linde steht, 	hier oben auf der Höh 	denk ich an meinen Lindenberg 	wird mir um's Herz so weh. 	Hier will ich bleiben, will ich sein, 	hier geh ich nicht mehr fort, 	ein jeder liebt sein Häuschen 	und ist auch glücklich dort. Bericht in der HNA, wahrscheinlich Herbst 1960  Siedlung Lindenberg unter der Lupe Es ging um den Bundessieger - Heute fällt in Köln die Entscheidung der Kommissionen  Kassel (a). "Elegante und zweckmäßige Straßenführung, liebevolle Vorgartenpflege, das Fehlen störender Zäune und schreiender Reklamebeschilderungen und schließlich die sinnvolle Aufteilung des Wirtschaftsgartens sind die vier entscheidenden Punkte, die der Kasseler Siedlung Lindenberg II ihren Sieg als schönste Kleinsiedlung Hessens einbrachten." Anerkennend sagte dies Regierungsdirektor Dr. Rudolf Seiff aus Bonn, Beauftragter des Bundeswohnungsbauministers, als er am Mittwochmorgen bei strahlender "Frühsonne durch die sauberen Straßen der landwirtschaftlichen Nebenerwerbssiedlung ging, die von der Siedlergemeinschaft "Hessische Heimat" errichtet wurde.  Es handelte sich dabei nicht um einen Spaziergang. Ihn begleitete die Prüfungskommission, die während einer Rundreise, in den letzten Wochen alle Landessieger miteinander verglichen hat. Heute wird sie in Köln aus den drei Siedlungsgruppen, die zur Beurteilung anstehen, die Bundessieger wählen. An der Begehung der Siedlung nahmen neben den Mitgliedern der Prüfungskommission noch zahlreiche Sachverständige des  Siedlungsbauwesens teil, unter ihnen Wilhelm Koschella, Vorsitzender des Siedlerbundes, Kreisgruppe Kassel, und Dipl.-Gartenbau-Inspektor und  Fachberater des Landesverbandes Hessen des Siedlerbundes, Wilfried Schall, außerdem als Vertreter der ''Hessischen Heimat" 'Heinz Limmeroth - und der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft  Lindenberg II, Otto Bauer. Drei Kinder von Einwohnern der Siedlung überreichten  Regierungsdirektor Dr. Seiff zu Beginn des Rundgangs, in dessen Verlauf die unbestechlichen Augen der Prüfer Vorteile und Nachteile dieser Siedlung  gegen die Konkurrenzgemeinschaften abwägten, symbolisch  Brot und Salz, einen Kupferpfennig und Blumen. Das ist nach alter Tradition Glücksbringer beim Betreten eines neu errichteten Hauses. Wilfried Schall vom Hessischen Siedlerbund wies bei dieser Gelegenheit darauf hin, daß die Stadt Kassel  durch das vorzügliche Straßennetz und die Hessische Heimat durch Gestaltung und Planung der Siedlung an den Ehrungen beteiligt seien, die der Wohngemeinschaft nun zuteil werden.  Das sind die drei Gruppen, in denen, die Siedlungsgemeinschaften, die sich zu dem Wettbewerb gemeldet hatten, jeweils miteinander verglichen wurden: A. Altsiedlungen (Baujahr bis 1945), B. Neusiedlungen (Baujahr ab 1946) und C. erste Siedlersiedlungen der drei letzten Bundeswettbewerbe 1955, 1956 und 1958. Die Kasseler Siedlung zählt zur Gruppe B. Dr. Seiff: "300 Gemeinschaften aus der Bundesrepublik haben sich diesmal am Wettbewerb beteiligt". Unter ihnen waren 32 hessische Siedlungen. Um den Bundespreis kann sich aus jedem Land immer nur eine Siedlung bewerben." Dr. Seiff betonte, daß der Bund heute großen Wert darauf legt, daß Gruppensiedlungen in möglichst großer Zahl und in ebenso vielen äußeren Variationsformen entstehen. ''Man fördert dabei vor allem den Obst- und Gemüseanbau und die Kleintierhaltung bei den Häusern" erläuterte Dr. Seiff. Sichtlich beeindruckt von der Zweckmäßigkeit der Anlagen für Haustiere in Lindenberg II und von der tadellosen Sauberkeit zeigten sich alle Mitglieder der Prüfungskommission. Am 2. Oktober, dem Erntedankfest, werden in Saarbrücken die drei Bundessieger des Wettbewerbs bekanntgegeben und die Preise verteilt. Dr. Seiff: 3000DM ist der Gesamtwert der angesetzten Geldpreise. Bleibt nur die Frage, wer diese Preise entgegennimmt? Selbstverständlich ist es der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft. Er hat dann den Auftrag, diese Mittel zur Verschönerung der Siedlung sinnvoll anzulegen. Teilnahme an Wettbewerben beim  DSB (Deutscher Siedlerbund) und B. d. V. (Bund der Vertriebenen Deutschlands)  1. 1960, 1. Preis, Gruppe Neusiedlungen, DSB Landesverband Hessen 2. 1962, 2. Preis, Gruppe Sieger Siedlungen, Bundeswettbewerb DSB 3. 1964, 2. Preis, Gruppe Siegersiedlungen, DSB Landesverband Hessen  4. 1966, Lob und Anerkennung, DSB Landesverband Hessen 5. 1982, 7. Preis: „Die beste Kleinsiedlung“, DSB Landesverband Hessen  6. 1988, mit Erfolg teilgenommen: "Die beste Kleinsiedlung" DSB Landesverband. 7. 1991, mit Erfolg teilgenommen: "Die beste Kleinsiedlung" DSB Landesverband. 8. 1995, 2. Preisgruppe, „Beste Gruppensiedlung“ DSB Landesverband Hessen  9. 1995, 1. Bezirkssieger Gruppe Nord, B. d. V. Hessen,  10. 1995, 1. Landessieger Gruppe A, B. d. V. Hessen,  11. 2000, 2. Preisgruppe beste Gruppensiedlung, DSB Landesverband Hessen Die Lindenberger Kellergeister Inhaltsverzeichnis
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